Folgen der Unisex-Tarife

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Eine Welle von Erhöhungen der Prämien für neue Versicherungen rollt auf die Bundesbürger zu, da die Eu-Kommission und das Europäische Gerichtshof die Gleichstellung von Frau und Mann bei der Berechnung von Tarifen fordert. Diese Gleichstellung muss im Laufe des Jahres vollzogen sein, der 21. Dezember 2012 ist dabei der Stichtag. Sowohl die gesetzlichen, als auch die privaten Versicherungen werden tangiert. Für den Verbraucher ist es gut zu wissen, dass bereits bestehende Verträge im Bereich Rente, Auto, Lebens- und Krankenversicherung, die von der Umstellung besonders betroffen sind, nicht angetastet werden, auch nicht wenn sich die Verträge jährlich automatisch verlängern. Jedoch müssen die Kunden bei neuen Abschlüssen tiefer in die Tasche greifen.
Für privat krankenversicherte Männer dürften die Prämien um bis zu 35% steigen. Außerdem ergab eine Studie, dass auch Männer, die privat rentenversichert sind, um bis zu 5% mehr zahlen müssen. Dagegen steigen für Frauen die Beiträge zur Risikolebensversicherung um bestenfalls 30%, und bei einem Neuabschluss einer Kfz-Versicherung werden jüngere Frauen wahrscheinlich um bis zu 11% mehr belastet als heute. Nur in Ausnahmefällen wir etwa bei der Behandlung von Prostataleiden oder Brustkrebs sind auch zukünftig unterschiedliche Prämien erlaubt. Mittlerweile wächst die Sorge, ob die Anweisung, Unisex-Tarifmodelle nicht auf alte Verträge anzuwenden, wirklich befolgt werden kann. Ein privat versicherter Kunde kann jederzeit seinen Versicherungsschutz ändern. Jedoch kann diese Wechselmöglichkeit in Unisex-Tarife die gesamte Struktur wie vor allem eine risikogerechte Beitragskalkulation, die auf Lebenszeit ausgelegt ist, erschweren oder sogar unmöglich machen. Aus diesem Grund spricht vieles dafür, auch die bereits abgeschlossenen Verträge auf Unisex-Tarife umzustellen.


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